Aufgabenfelder in der Schule Teil 2

Vor ein paar Jahren hatte ich mal grafisch die prozentuale Verteilung der Aufgabenfelder dargestellt, um die sehr unterschiedlich starke Gewichtung der Fächerbereiche am Gymnasium zu zeigen. Da nun mit G9 andere Stundentafeln gelten, würde eine Aktualisierung und ein Vergleich passen.

Die neue Stundentafel ohne Wahlpflichtfächer ist jetzt die Stundentafel 1, zu finden auf den Seiten des niedersächsischen Vorschrifteninformationssystems. In den Aufgabenfeldern sind lediglich Sport und die Verfügungsstunden nicht enthalten, Wahlfächer werden ebenfalls (und wie damals schon) nicht berücksichtigt.

Und so sieht die neue prozentuale Verteilung der Aufgabenfelder aus:

neue Stundentafel 1 (G9)
neue Stundentafel 1 (G9)

Wie man hier deutlich erkennen kann, ist, dass das Aufgabenfeld A (also Deutsch, Fremdsprachen, Kunst und Musik) in Klasse 6 und 7 deutlich mehr als die Hälfte der Stunden ausmacht und in den Klassen 8 und 9 immerhin noch genau die Hälfte (exklusive Sport). Nur in Klasse 10 rückt das Aufgabenfeld A auf knapp über 40% zurück und damit sogar noch hinter den Anteil in Klasse 5, in dem noch die zweite Fremdsprache fehlt.

Zum Vergleich dazu die Stundentafel 2 (d.h. ohne die Wahlpflichtfächer) in G8:

alte Stundentafel 2 (G8)
alte Stundentafel 2 (G8)

Unter G8 war lediglich in Klasse 6 der Anteil für das Aufgabenfeld A über 50%. Außerdem war das Aufgabenfeld C (Mathematik und Naturwissenschaften) zu einem deutlich höheren Anteil vertreten.

Diese beiden Grafiken verdeutlichen, dass das Gymnasium weiterhin, wenn nicht gar unter G9 verstärkt, sprachlich ausgerichtet ist und die Naturwissenschaften unter G9 geschwächt wurden. Zwar sollte das neue 11. Schuljahr die fehlenden Stunden an sich kompensieren, aber auf welcher Grundlage denn?

Klicken und Entdecken

Andreas Kalt stellt die Problematik dar, Textverarbeitung-, Tabellenkalkulations-, Präsentations- und andere Software im Unterricht zu vermitteln. Werden Klickanleitungen ausgegeben, dann werden diese abgearbeitet, ohne sich mit dem (meist) durchdachten Aufbau einer Software auseinanderzusetzen. Steigt man dann von Word auf Writer oder von einer älteren Version auf eine aktuellere um, passen die Klickanleitungen schon nicht mehr. Doch ganz ohne Schritt-für-Schritt-Anweisung geht es nicht, wenn man Anfänger (und das sind z.B. 5.Klässler in Excel durchaus) mitnehmen will.

Also habe ich mich für ein angeleitetes Erkunden entschieden. Zuerst zeige ich grundlegende Funktionen Schritt für Schritt oder gebe diese auf einem Arbeitsblatt (digital oder ausgedruckt) aus. Dann folgen Forschungsaufgaben: “Was passiert, wenn man auf diesen oder jenen Button klickt?” oder “Gibt es einen Button in dem Menü, der dieses oder jenes bewirkt?” zusammen mit dem Hinweis, dass man alles rückgängig machen kann. Dies füllt einen großen Teil der Doppelstunde aus, und jeder arbeitet in seinem Tempo (Binnendifferenzierung FTW!).

Für das Einfügen und Bearbeiten von Bildern in Word sieht das dann zum Beispiel so aus (Grundlage ist der Märchentext zu den Bremer Stadtmusikanten, in dem schon das Bild eines Esels eingefügt ist):

Clipboard02 Clipboard03

Bilder Einfügen als .docx
Bilder Einfügen als .pdf

 

Vom Smartphone ans Whiteboard

Eine sehr schnelle, einfache und kabellose Möglichkeit, Dateien vom Tablet oder Smartphone ans Interaktive Whiteboard zu bekommen, ist snapdrop.net.

Beide Geräte müssen nur im Browser die Seite snapdrop.net aufrufen. Wenn beide Geräte sich gegenseitig erkannt haben, muss man nur einmal kurz auf dem sendenden Device klicken, kann dann Text, ein Foto oder ein Video laden, und ein paar Sekunden später erscheint auf dem empfangenden Gerät ein Link, über den man die Daten herunterladen kann. So kann man sein Smartphone als Dokumentenkamera nutzen und Schülerlösungen schnell an der Tafel anzeigen lassen, um diese in einem Bildbearbeitungsprogramm oder der IWB-Software zu bearbeiten.

Vom iPad aus klappte es im mitgelieferten Browser sofort, auf dem Android-Smartphone nur über Firefox, warum auch immer.

Quelle: Internet

Die Spam-Kommentare nehmen Überhand, es wird also Zeit für einen neuen Beitrag, sozusagen der Spamverhinderungsbeitrag. Wir sind also wieder bei G9 (Juchu!) und wir bieten wieder Klassenfahrten an (Juchu!). Und wir haben immer noch keinen Informatikunterricht (Ooooooh!).

Aber ich bin gerade wieder in einer 5. Klasse mit meiner Informatik-AG. Dort ging es neulich um die Frage, woher eigentlich der Computer weiß, dass 7+8=15 ist. Ein bisschen naiv, die Frage, nunja. 5. Klasse eben. Als Schülerantwort kam vor allem, dass der Computer die Informationen aus dem Internet bezieht. Oder dass Menschen dem Computer schon alles beigebracht (i.e. eingespeichert) haben. Große Datenbanken also. Das ist also die Vorstellung, die Kinder (und sicherlich auch viele Erwachsene) von Computern haben. Etwas irritierend war dann wohl mein Hinweis, dass das, was sich die Schüler unter dem Internet vorstellen (nämlich das “WWW”), erst seit knapp 1990 existiert, Computer aber schon seit ca. 1950. Dass also der Computer 40 Jahre lang seine Informationen ohne das Internet bezogen haben muss. Schüler so: WAAAAS? Seit wann gibt es denn Google? Instagram? WhatsApp? Nicht schon seit 1890 (!)? Wie kann ein Schüler also diesen Konflikt lösen?

Der Computer muss das wohl von ganz allein lösen können. So kamen wir also zu den Prozessoren und der Frage, was sich hinter dem schwarzen Kasten (vulgo: Rechner) verbirgt, wenn der Prozessor gerade mal in eine Handfläche passt, aber noch so viel Platz übrig ist. Ob Laptops auch einen Lüfter besitzen? Und Smartphones?

Ich denke, da sind viele Gedanken angestoßen worden, gemessen an der Zahl der Fragen, die gestellt wurden. Und mir bestätigt dies, dass Informatik in Klasse 5 durchaus Sinn macht. Mir genügt schon, dass die Kinder nach einem halben Jahr den Nutzen der Installation eines Treibers erkennen und dass der Rechner eben selbst rechnet, und der Browser nicht das Internet ist. Damit durchschauen sie wenigstens die Grundzüge des Rechners und vermuten nicht die hintergründige Zauberhand.

Nun werde ich also zum ersten Mal Zehnjährigen ein Assembler-Programm vorstellen.

Blumenkohl-Kokos-Suppe

Seit kurzem, genauer seit letzter Woche zum ersten Mal, erhalte ich eine Gemüsekiste. Das ist ganz praktisch, da ich nun Gemüse direkt vor die Haustür geliefert bekomme und nicht im Supermarkt vor dem Regal stehe und mir überlegen muss, was mir eventuell schmecken könnte und was ich damit kochen könnte und wie lange das wohl dauert und was ich da noch alles an Zutaten benötige und es doch ein Verschwendung wäre, das schöne Gemüse nicht ganz aufzuessen und es besser im Supermarkt liegen lasse.

In dieser Gemüsekiste sind nun Dinge drin, die ich roh (Salat, Gurke, Karotten), gebraten (Zucchini) oder gekocht (Blumenkohl) essen könnte. Salat geht ganz fix, da muss ich mir nur ein paar Blätter Salat und ein paar Scheiben Gurke zurechtschneiden, und mit etwas Öl, Balsamico und Pfeffer ist das Gericht schon fertig, das ist keinen eigenen Eintrag in das Kochbuch wert.

Gemüse braten geht genauso fix, Knoblauch passt immer, nur der Abwasch ist etwas mühseliger.

Dann bleibt also noch der Blumenkohl irgendwie zu verwerten. Einfach kochen und mit Muskatnuss und Butter- oder weißer Soße ist nun aber keine Herausforderung, außerdem sind ja die anderen Bestandteile der Gemüsekiste schon ziemlich einfach verarbeitet, da darf es für den Blumenkohl schon etwas mehr sein. In der Kiste waren ein paar Rezeptvorschläge, aber dazu hätte ich deutlich mehr einkaufen müssen, und die Reste würden dann wieder sehr lange heraumliegen… Daher suche ich im Internet nach Rezepten, genauer nach Suppen. Suppen habe ich höchstens aus der Tüte oder der Dose gekocht, einmal gab es auch eine frische Gulaschsuppe. Das war aufwändig, und aufwändig ist während der Schulzeit nicht drin. Also suche ich nach etwas einfachem.

Die ersten Rezepte sind schon verheißungsvoll, schließlich bleibe ich bei einem hängen. Da sollen allerdings noch Koriander und Sesam hinzugefügt werden. Ich beschließe, das Rezept auf seine Hauptbestandteile zu kürzen, die Mengen auf Pi mal Daumen zu vereinfachen und überhaupt nach ein-zweimal nachlesen frei Schnauze zu kochen.

Das Ergebnis lässt sich sehen und schmeckt sehr lecker. Das Rezept ergibt gefühlte 10 Liter Suppe, man sollte also die Gemüsebrühe nicht unterschätzen (ich ging davon aus, dass der Blumenkohl mit der Flüssigkeit vollständig bedeckt sein müsse) und beim zweiten Versuch etwas weniger davon nehmen, vielleicht entsteht dadurch eine cremigere Konsistenz. Ich habe das noch nicht nachprüfen können, da ich dazu erst die letzten zwei Liter Suppe aufessen muss.

 

Hier also das Rezept, für vier Personen sicherlich ausreichend:

Blumenkohl-Kokos-Suppe

Zutaten:

1 Blumenkohl
Öl
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Liter Gemüsebrühe (vermutlich eher weniger, s.o.)
200 ml Kokosmilch (entsprach gerade einer Packung)
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Der Blumenkohl in Öl andünsten. Die Gemüsebrühe und die Frühlingszwiebeln dazugeben und 15 Minuten kochen. Anschließend den Topf vom Herd nehmen, die Kokosmilch dazugeben und alles mit dem Pürierstab pürieren. Nochmal kurz aufkochen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dieses Grundrezept allein schmeckt wahnsinnig gut, kann aber sicherlich noch mit Chili oder mit Zitronensaft verändert werden, sofern man beides im Haus hat.

Zweiter

Für die Ordinalzahl “zweiter” gibt es im Französischen zwei Entsprechungen: deuxième und second(e). Bis auf ein paar feste Wendungen (seconde main, deuxième étage, vingt-deuxième fois etc.) sind beide Wörter laut Académie française gleichwertig austauschbar. Es ist aber möglich (jedoch nicht zwingend notwendig), einen klitzekleinen Bedeutungsunterschied auszumachen. Er besteht darin, dass second(e) als zweiter von zwei Möglichkeiten steht, während nach deuxième noch ein dritter oder vierter und mehr folgen können.

An der Uni stellte uns eine französische Dozentin dazu die folgende Frage: “Woran erkennt man einen Optimisten oder Pessimisten?”

“Fragen Sie einen Franzosen,” fuhr sie fort, “wie er den ‘zweiten Weltkrieg’ übersetzt. Sagt er ‘Seconde Guerre mondiale’, ist er Optimist. Sagt er dagegen ‘Deuxième Guerre mondiale’, ist er ein Pessimist.”

 

G9 – und nun?

Niedersachsen kehrt ab kommendem Schuljahr wieder zu G9 zurück. Das finde ich sehr erfreulich, bedeutet es nämlich für die Schüler kürzere Schultage, wenn aus 34-Stunden-Wochen maximal 30-Stunden-Wochen werden, und Inhalte kommen dann dran, wenn es passt und nicht, weil es noch unbedingt in dieses Schuljahr hineingequetscht werden muss.

Meine Freudentränen sind inzwischen einer Ernüchterung gewichen. In den verschiedenen Gremien und Projektgruppen wird deutlich, dass man nicht mal eben zum neunjährigen Gymnasium wechseln kann. Da müssen über Stundentafeln und Rhythmisierung entschieden, die Epochalfächer auf die einzelnen Jahrgänge verteilt, neue schulinterne Fachcurricula erstellt und die dazu passenden Schulbücher ausgewählt werden. Daneben ärgert mich immer noch, dass Informatik nicht verpflichtend eingeführt wurde, auch wenn ich es durchaus begrüße, dass Informatik mit den anderen Naturwissenschaften in der Oberstufe gleichgestellt wird. Mein nach drei Durchgängen einigermaßen eingespieltes Material kann ich nun wieder umsortieren, weil die Themen auf die Jahrgänge neu verteilt wurden und die Seitenzahlen im Buch ja nicht mehr passen. Und wo ich gerade bei Büchern bin, da wird man ja von allen Verlagen mit Angeboten überhäuft, bekommt aufwendig gefaltete Pakete, darin Hochglanzbroschüren mit glücklichen KühenKindern, das liebevoll gestaltete Buch für Jahrgang 5, dazu einen Ausblick auf ein meist eher schwaches Lehrwerk für Jahrgang 7 (da fehlen meist schon die Ideen), die Demo-Version den digitalen Unterrichtsplaners als Appetizer (mit welchem der Unterricht totaaaal mühelos vorbereitet ist – sofern man die vorletzte Windows(und nur die)-Version installiert hat und die CD nicht aus dem Laufwerk nimmt) und der karierte A5-Block. Mein Regal füllt sich mit der inzwischen dritten Fassung aller Lehrwerke (das ursprüngliche G8, das vor einem Jahr fast beschlossene G8neu und nun G9), dabei werden oft nur Blöcke hin- und hergeschoben und die Schriftart geändert.

Nicht dass hier der falsche Eindruck entsteht, dass ich wieder zurück zu G8 will! Ich finde es im Augenblick großartig, dass fast alles, was ich im 2. Halbjahr in Jahrgang 6 unterrichten müsste, nun nach Klasse 7 gerutscht ist. Ich habe für die verbliebenen Themen (Bruchrechnung und Geometrie) so viel Zeit, dass ich endlich wieder richtig Mathe machen kann. Ich hetze nicht von einer Spiegelungskonstruktion zur nächsten, sondern kann mir die Zeit nehmen, die Hintereinanderausführung zweier Spiegelungen zu erforschen. Und rückwärts von der Spiegelung auf die Achse zu folgern. Und auf Sauberkeit und Genauigkeit zu achten. Und die Langsamen und Unsicheren mitzunehmen. Und einfach Spaß am Ausprobieren zu haben! Gut, das ist nicht die Folge von G9 sondern die Vorarbeit aus G8 mit anschließender Vollbremsung. Aber wenn ich mir den neuen Lehrplan genauer anschaue, sehe ich, dass bei den Jüngeren wieder mehr Wert auf Zahlentheorie und Geometrie gelegt wird und damit Strukturen innerhalb des Bekannten erforscht und entdeckt werden sollen. Und darauf freue ich mich schon!

Das IWB – ganz normal

Vor einigen Jahren (sind es wirklich schon 4? du liebe Güte!) hatte ich darüber geschrieben, wie problematisch mir an einigen Stellen der Umgang mit dem IWB fällt. Nun haben sich ein paar strukturelle Änderungen ergeben – und plötzlich fluppt es.

Damals stand das IWB hinten und die normale Tafel vorn. Nun sind beide Tafeln vorn angebracht, das IWB steht also im Vordergrund und Umsetzen ist nicht mehr nötig.

Damals musste erst der Schrank zum Laptop aufgeschlossen werden (der Schlüssel lag natürlich nicht daneben), heute kann ich Rechner, Beamer und IWB sofort starten.

Damals war das IWB wegen des Beamers an der Wand fixiert, heute ist der Beamer direkt am IWB befestigt und ich kann das IWB wie eine normale Tafel hoch- und runterschieben.

Alles in Allem nutze ich das IWB jetzt wirklich selbstverständlich. Aber auch nur als Tafelersatz. Ich bastle keine Tafelbilder, bei denen es fröhlich-bunt blinkt oder ein völlig neuer Unterricht mittels Schiebebildchen, Memoryspielen und Klassenquiz entsteht. Denn auch wenn es uns die IWB-Anbieter und Schulbuchverlage mit ihren Materialien gern als völlige Umgestaltung des Unterrrichts vermitteln wollen, ist das Gerät immer noch eine Präsentationstafel. Damit erzeuge ich kein neues Lernen. Ich kann Farben und Bilder nun gezielter einsetzen und habe alles an einem Platz. Ich kann das Tafelbild abspeichern und so, wie ich es mit meinen Schülern erarbeitet habe, mit nach Hause nehmen, dort überarbeiten und an die Schüler mailen. Ich kann es in der nächsten Stunde wieder herausholen und daran anknüpfen. Ich kann mehr zeigen. Aber lernen Schüler dadurch mehr?

Informatik im neuen Schuljahr

Endlich. Ferien. Zeit für einen Rückblick auf die letzten Wochen.

Ich darf nun offiziell in Niedersachsen Informatik unterrichten, das Fortbildungszertifikat und alle Unterschriften zu den bestandenen Prüfungen wurden Ende Juni im Kultusministerium zu Hannover überreicht. Das KM ist natürlich abgesichert, da darf nicht jeder rein, nur die Eingeladenen und nur mit Vorlage des Personalausweises. Ansonsten war die Veranstaltung geprägt durch Reden unserer Dozentinnen und unseres Dozenten, des KM und der Uni Göttingen, anschließend gab es Kaffee und Tee. Unsere Ausbildung war schon etwas Besonderes, das darf auch gerne immer wieder betont werden, das unterstrich die Zeugnisübergabe auch.

Um die Anerkennung zum Master (Drittfach Informatik) muss sich nun jeder selbst kümmern, das soll aber mit den ganzen Unterschriften (jede Prüfungsleistung wurde von der Uni dahingehend überprüft, ob sie auch den universitären Maßstäben genügt) kein Problem sein. Ist nur wieder ein bisschen Verwaltungsaufwand.

An der Schule läuft es mit der Informatik richtig gut. Jetzt hat der zweite Durchgang in Klasse 5 mit der Pflicht-AG begonnen, ein halbes Jahr lernen sie die Grundlagen im Umgang mit dem Computer sowie Elemente der Informatik kennen. Unser schulinternes Curriculum orientiert sich dabei am KC: Aufbau des Computers, Grundlagen in Excel und Word, Bildbearbeitung, -codierung und Bilderrechte, Aufbau des Internets und Internetrecherche sind unsere Themen. Die Programmierung/Algorithmik haben wir ausgelassen, weil dafür keine Zeit mehr war. Zusammen mit der Teilnahme am Biber-Wettbewerb haben wir meiner Meinung nach einen guten Überblick über Informatik vermitteln können.

Die Schüler der 5. und 6. Klassen, die sich noch mehr für die Arbeit am PC interessieren, haben nun seit zwei Jahren die Möglichkeit, an der AG Spielprogrammierung mit Scratch teilzunehmen. In diesem Jahr hatten wir schon über 30(!) Anmeldungen, so dass eine zweite Gruppe eingerichtet wurde. Die erfahrenen 6.-Klässler helfen nun den 5.-Klässlern bei der Umsetzung ihrer Ideen und Handlungen, und ich bin jetzt schon gespannt, welchen neuen Spiele wir bei unserem Schnuppernachmittag (unser Tag der offenen Tür) den Viertklässlern und ihren Eltern zeigen können. Aber auch in der AG-Stunde findet sich immer wieder Zeit, die selbstprogrammierten Spiele der Mitschüler auszuprobieren, was die AG sicherlich auch so faszinierend macht.

Für die älteren Schüler wird es schon erheblich schwieriger, einen Termin für eine AG zu finden, vor der 9. Stunde geht da nichts mehr! In der Oberstufe brauche ich sogar vor der 10. Stunde nichts anzubieten. Mit der erhöhten Stundenzahl wächst ja die Menge der Tests und Klassenarbeiten. Da schwindet das Durchhaltevermögen in der AG im Laufe des Halbjahres, manche überlegen es sich wahrscheinlich schon vorher, ob sie ein halbes Jahr lang noch eine Stunde länger in der Schule bleiben wollen. Deshalb probiere ich nun ein geteiltes Halbjahr für die AGs ab Klasse 7 aus. Das bedeutet, dass zuerst eine sechswöchige Einführung in die Webseitenprogrammierung mit HTML und CSS läuft und ab Dezember eine Einführung in die Appletprogrammierung mit Java. Die AGs sind auf diese Weise im Stundenumfang überschaubar, und man kann so mehrere Themen kennenlernen. Im zweiten Halbjahr kann ich dann an diese AGs anknüpfen oder einen neuen Durchgang starten, je nach Interesse.

Auch mein Seminarfach hat jetzt im zweiten Durchgang einige Änderungen erfahren. Beim ersten Mal hatte ich noch Informatik als Thema nicht weiter eingeschränkt und bin dann auf Interessen des Kurses eingegangen. Das hat zu sehr unterschiedlichen Themen geführt, die manchmal nur oberflächlich angerissen werden konnten. Diesmal rücke ich das Internet von Anfang an (“Das Internet – gestern, heute, morgen”)  in den Vordergrund, nicht zuletzt auch weil hier viel praktisch gearbeitet werden kann. Neben der Vermittlung der wissenschaftspropädeutischen Grundlagen für die Facharbeit wird es um den Aufbau des Internets, die Webseitenprogrammierung und die Sicherheit im Internet gehen, vielleicht auch ein wenig Datenbanken und SQL, aber das erst im dritten Semester. Das Programmieren mit Scratch werde ich wohl nicht wiederholen, stattdessen eher ein wenig JavaScript, wenn die ersten HTML-Kenntnisse vorhanden sind.

Doch neben den AGs und dem Seminarfach, die ich gerne anbiete, würde ich es aber sehr schätzen, wenn Informatik in Niedersachsen Pflichtfach werden würde. Das deutet sich hier gerade an, wahrscheinlich in Klasse 9 und 10 mit je einer Stunde. Das ist nicht viel, aber ein Anfang. Die Projekte, die die Schüler noch zusätzlich zu ihrem normalen Schulpensum durchführen, würden dann im normalen Stundenplan laufen. Und bestimmt werden sich mehr Schüler dafür entscheiden, Informatik als Naturwissenschaft in der Oberstufe zu wählen und auf diese Weise sich mit der sie umgebenden Informatik auseinanderzusetzen.

Auch dafür wird G9 hoffentlich gut sein.

Sprintstudium Leistungsnachweise

Als Ergänzung zu den Erwartungen ans Sprintstudium liste ich hier die Leistungsnachweise auf, die ich im Laufe der Zeit erwerben musste. Die Klausuren dauern jeweils zwei Stunden, die Hausarbeiten nehmen mehr Zeit in Anspruch, ca. 2-3 Wochen in den Ferien (darin ist die Nachbereitung des letzten Moduls nicht eingerechnet).

Modul Thema Leistungsnachweis
Vormodul Algorithmik mit Scratch, BYOB und Java
Modul 1 Objektorientierte Programmierung, Datenstrukturen, UML Programmieraufgabe in BYOB, Klausur
Modul 2 Didaktik I Unterrichtsentwurf (10-15 Seiten)
Modul 3 Technische Informatik Klausur
Modul 4 Theoretische Informatik I Programmieraufgabe (Compilerbau) mit Java, Klausur
Modul 5 Datenbanken, Informatik und Gesellschaft Klausur
Modul 6 Graphen und Rechnernetze Mehrteilige Hausaufgabe (in den Sommerferien)
Modul 7 Codierung und Kryptographie Klausur
Modul 8 Theoretische Informatik II, Nebenläufigkeit Klausur
Modul 9 Didaktik II Unterrichtsentwurf (10-15 Seiten)